Aushangpflicht im Friseursalon und Kosmetikstudio
50 relevante Vorschriften im Salon: 7 Pflicht-Aushänge, 15 branchenspezifische Vorschriften und 28 empfohlene Gesetze. Mit „bedingt“ markierte Einträge greifen abhängig von Betriebsstruktur und Beschäftigten. Wo eine Detailseite existiert, führt der Eintrag direkt zum Gesetz.
Pflicht-Aushänge im Salon
Diese Gesetze schreibt der Gesetzgeber vor. Mit „bedingt“ markierte Pflichten greifen ab bestimmten Schwellen, etwa nach Zahl oder Kreis der Beschäftigten.
- AGGAllgemeines Gleichbehandlungsgesetz
- ArbGGArbeitsgerichtsgesetz
- ArbZGArbeitszeitgesetz
- DGUV V1DGUV Vorschrift 1
- DGUV V3DGUV Vorschrift 3bedingt
- JArbSchGJugendarbeitsschutzgesetzbedingt
- MuSchGMutterschutzgesetzbedingt
Branchenspezifische Vorschriften im Friseursalon und Kosmetikstudio
Vorschriften, die speziell im Salon relevant sind: von DGUV-Vorschriften bis Fachrecht.
- ArbMedVVVerordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
- AÜGArbeitnehmerüberlassungsgesetzbedingt
- BBiGBerufsbildungsgesetzbedingt
- BetrSichVBetriebssicherheitsverordnung
- BFDGBundesfreiwilligendienstgesetzbedingt
- BioStoffVBiostoffverordnungbedingt
- GefStoffVGefahrstoffverordnungbedingt
- IfSGInfektionsschutzgesetzbedingt
- JFDGJugendfreiwilligendienstegesetzbedingt
- LärmVibrationsArbSchVLärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnungbedingt
- LasthandhabVLastenhandhabungsverordnungbedingt
- NiSGGesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlungbedingt
- NiSVVerordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlungbedingt
- PSA-BVPSA-Benutzungsverordnungbedingt
- UVSVUV-Schutz-Verordnungbedingt
Empfohlene Aushänge im Salon
Nicht zwingend aushangpflichtig, aber bewährte Praxis für einen vollständigen digitalen Aushang.
- 5. VermBGFünftes Vermögensbildungsgesetzbedingt
- ArbSchGArbeitsschutzgesetz
- ArbStättVArbeitsstättenverordnung
- ASiGArbeitssicherheitsgesetz
- BDSGBundesdatenschutzgesetz
- BEEGBundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
- BetrVGBetriebsverfassungsgesetz
- BGBBürgerliches Gesetzbuch
- BKVBerufskrankheiten-Verordnung
- BUrlGBundesurlaubsgesetz
- DGUV V2DGUV Vorschrift 2
- DSGVOEU-Datenschutz-Grundverordnung
- EFZGEntgeltfortzahlungsgesetz
- EntgTranspGEntgelttransparenzgesetzbedingt
- FPfZGFamilienpflegezeitgesetz
- GeschGehGGeschäftsgeheimnisgesetz
- HAGHeimarbeitsgesetz
- HinSchGHinweisgeberschutzgesetzbedingt
- KindArbSchVKinderarbeitsschutzverordnung
- KSchGKündigungsschutzgesetz
- MiLoGMindestlohngesetz
- MiLoV5Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
- NachwGNachweisgesetz
- PflegeZGPflegezeitgesetz
- SGB IXNeuntes Buch Sozialgesetzbuch
- SGB VIISiebtes Buch Sozialgesetzbuch
- TVGTarifvertragsgesetz
- TzBfGTeilzeit- und Befristungsgesetz
Branchen-Besonderheiten
Warum die Aushangpflicht in der Friseur & Kosmetik anders gelagert ist als in einem typischen Büroteam:
- Kleine Teams ohne Personalabteilung: Die jährlichen Gesetzesänderungen unbemerkt zu verpassen, ist hier das größte Risiko, eine zentral gepflegte digitale Quelle hält die Fassung ohne Zutun aktuell.
- Auszubildende sind im Friseur- und Kosmetikhandwerk Standard, das Jugendarbeitsschutzgesetz greift damit in nahezu jedem Salon.
- Täglicher Umgang mit Chemikalien: Für Haarfarben, Blondiermittel und Acrylate sind Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung aushangpflichtig, sie gehören an den Arbeitsplatz, nicht in den Aktenordner.
- Apparative Kosmetik (Laser, IPL, Ultraschall) bringt mit der NiSV eigene Anmelde-, Fachkunde- und Informationspflichten mit sich, die am Gerät bekannt sein müssen.
- § 16 ArbZG erlaubt seit dem 1. Januar 2025 die rein digitale Bereitstellung, im Salon ohne festen PC-Arbeitsplatz löst der Zugriff per Smartphone das Problem, dass kaum jemand am Rechner sitzt.
- Mehrere Salons unter einer Leitung müssen die Aushänge je Standort vollständig vorhalten, eine zentrale digitale Quelle hält alle Filialen mit einem Schritt auf einem Stand.
Friseur- und Kosmetiksalons sind kleine Teams mit engem Kundenkontakt und mit täglichem Umgang mit Chemikalien. Haarfarben, Blondiermittel, Acrylate, dazu zunehmend apparative Kosmetik: Aus diesem Alltag ergeben sich aushangpflichtige Vorgaben, die am Arbeitsplatz präsent sein müssen, nicht im Aktenordner.
Warum Friseur und Kosmetik eine Sonderlage haben
Drei Punkte heben Salons vom Standard-Büro ab:
- Chemikalien als Tagesgeschäft. Für Haarfarben, Blondiermittel und Acrylate sind Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung Pflicht, sie gehören an den Platz, an dem damit gearbeitet wird.
- Ausbildung als Normalfall. Das Friseur- und Kosmetikhandwerk bildet aus, damit greift das Jugendarbeitsschutzgesetz in fast jedem Salon.
- Apparative Kosmetik. Laser, IPL und Ultraschall bringen mit der NiSV eigene Anmelde-, Fachkunde- und Informationspflichten mit sich.
Was ein Salon konkret aushängen muss
Die Gesetzesübersicht oben zeigt alle relevanten Vorschriften: die Pflicht-Aushänge ab dem ersten Mitarbeiter samt bewährtem Basis-Paket, strukturabhängige Vorschriften (Jugend- und Mutterschutz greifen in der Praxis fast immer) und die salon-typischen Normen aus Gefahrstoff-, Biostoff-, Strahlenschutz- und Arbeitsstättenrecht.
Eine Besonderheit: Seit dem 1. Januar 2025 erlaubt § 16 ArbZG die rein digitale Bereitstellung der aushangpflichtigen Gesetze ausdrücklich, vorausgesetzt, alle Beschäftigten können jederzeit ungehindert auf die aktuelle Fassung zugreifen. Im Salon ohne festen PC-Arbeitsplatz löst der Zugriff per Smartphone genau dieses Problem. Flucht- und Rettungspläne in den Salonräumen bleiben physisch sichtbar.
Was Salons dabei häufig übersehen
- Die jährliche Aktualisierung. Kleine Teams ohne Personalabteilung verpassen die regelmäßigen Gesetzesänderungen am ehesten. Eine zentral gepflegte digitale Quelle hält die Fassung ohne Zutun aktuell.
- Betriebsanweisung ist nicht gleich Gesetzestext. Die gefahrstoffbezogenen Anweisungen gehören an den Arbeitsplatz, eine digitale Lösung bündelt Pflichtaushänge und Betriebsanweisungen.
- Mehrere Salons, eine Aktualität. Wer mehrere Standorte führt, hält sie über eine zentrale Quelle mit einer Änderung aktuell, statt jeden Salon einzeln nachzuziehen.
Bußgeld & Aufsicht
Was kosten fehlende Aushänge?
Verstöße werden normbezogen geahndet. Fehlende oder veraltete Pflichtaushänge können seit 2025 mit bis zu 5.000 € geahndet werden, bei Verstößen gegen die Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes reicht der Rahmen bis 30.000 €. Verstöße im Gefahrstoffbereich und gegen die NiSV (apparative Kosmetik) werden eigenständig verfolgt. Geprüft wird von der Gewerbeaufsicht bzw. Arbeitsschutzbehörde und der zuständigen Berufsgenossenschaft; die NiSV-Anmeldung kontrolliert die jeweils zuständige Landesbehörde.
Ihre exakte Aushang-Liste in unter 5 Minuten
3-4 weitere Aushänge hängen von Ihrer konkreten Betriebsstruktur ab (Mitarbeiterzahl, Auszubildende, beschäftigte Frauen, Gefahrstoffe). Wir übergeben die Branche Friseur & Kosmetik direkt an unseren Aushang-Assistenten, dort beantworten Sie wenige Fragen und erhalten Ihre individuelle, sofort umsetzbare Liste.
Aushang-Liste für Friseur & Kosmetik erstellenHäufige Fragen aus der Friseur & Kosmetik
Zu den Pflicht-Aushängen ab dem ersten Mitarbeiter (ArbZG, AGG samt § 61b ArbGG, DGUV Vorschrift 1) und dem bewährten Basis-Paket (ArbSchG, MiLoG, BUrlG, EFZG, ASiG) kommen durch Auszubildende fast immer das Jugendarbeitsschutzgesetz und durch den hohen Frauenanteil das Mutterschutzgesetz hinzu. Branchen-typisch sind die Gefahrstoffverordnung (Haarfarben, Blondiermittel, Acrylate), die Biostoffverordnung (Haut-/Blutkontakt) und bei apparativer Kosmetik die NiSV.


