Branche

Aushangpflichtige Gesetze für Friseur & Kosmetik 2026 jetzt digital

Friseur- und Kosmetiksalons sind kleine Teams mit engem Kundenkontakt und täglichem Umgang mit Chemikalien. Zu den Basis-Aushängen kommen durch Auszubildende fast immer das Jugendarbeitsschutzgesetz und durch den hohen Frauenanteil der Mutterschutz hinzu, dazu Gefahrstoff- und Biostoffvorgaben und, bei apparativer Kosmetik, die Pflichten der NiSV.

Von Tim Trinkies 6 Min. Lesezeit
Friseurin stylt die Haare einer Kundin im Salon

Aushangpflicht im Friseursalon und Kosmetikstudio

50 relevante Vorschriften im Salon: 7 Pflicht-Aushänge, 15 branchenspezifische Vorschriften und 28 empfohlene Gesetze. Mit „bedingt“ markierte Einträge greifen abhängig von Betriebsstruktur und Beschäftigten. Wo eine Detailseite existiert, führt der Eintrag direkt zum Gesetz.

Pflicht-Aushänge im Salon

Diese Gesetze schreibt der Gesetzgeber vor. Mit „bedingt“ markierte Pflichten greifen ab bestimmten Schwellen, etwa nach Zahl oder Kreis der Beschäftigten.

Branchenspezifische Vorschriften im Friseursalon und Kosmetikstudio

Vorschriften, die speziell im Salon relevant sind: von DGUV-Vorschriften bis Fachrecht.

  • ArbMedVVVerordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • AÜGArbeitnehmerüberlassungsgesetzbedingt
  • BBiGBerufsbildungsgesetzbedingt
  • BetrSichVBetriebssicherheitsverordnung
  • BFDGBundesfreiwilligendienstgesetzbedingt
  • BioStoffVBiostoffverordnungbedingt
  • GefStoffVGefahrstoffverordnungbedingt
  • IfSGInfektionsschutzgesetzbedingt
  • JFDGJugendfreiwilligendienstegesetzbedingt
  • LärmVibrationsArbSchVLärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnungbedingt
  • LasthandhabVLastenhandhabungsverordnungbedingt
  • NiSGGesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlungbedingt
  • NiSVVerordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlungbedingt
  • PSA-BVPSA-Benutzungsverordnungbedingt
  • UVSVUV-Schutz-Verordnungbedingt

Empfohlene Aushänge im Salon

Nicht zwingend aushangpflichtig, aber bewährte Praxis für einen vollständigen digitalen Aushang.

  • 5. VermBGFünftes Vermögensbildungsgesetzbedingt
  • ArbSchGArbeitsschutzgesetz
  • ArbStättVArbeitsstättenverordnung
  • ASiGArbeitssicherheitsgesetz
  • BDSGBundesdatenschutzgesetz
  • BEEGBundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
  • BetrVGBetriebsverfassungsgesetz
  • BGBBürgerliches Gesetzbuch
  • BKVBerufskrankheiten-Verordnung
  • BUrlGBundesurlaubsgesetz
  • DGUV V2DGUV Vorschrift 2
  • DSGVOEU-Datenschutz-Grundverordnung
  • EFZGEntgeltfortzahlungsgesetz
  • EntgTranspGEntgelttransparenzgesetzbedingt
  • FPfZGFamilienpflegezeitgesetz
  • GeschGehGGeschäftsgeheimnisgesetz
  • HAGHeimarbeitsgesetz
  • HinSchGHinweisgeberschutzgesetzbedingt
  • KindArbSchVKinderarbeitsschutzverordnung
  • KSchGKündigungsschutzgesetz
  • MiLoGMindestlohngesetz
  • MiLoV5Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
  • NachwGNachweisgesetz
  • PflegeZGPflegezeitgesetz
  • SGB IXNeuntes Buch Sozialgesetzbuch
  • SGB VIISiebtes Buch Sozialgesetzbuch
  • TVGTarifvertragsgesetz
  • TzBfGTeilzeit- und Befristungsgesetz

Branchen-Besonderheiten

Warum die Aushangpflicht in der Friseur & Kosmetik anders gelagert ist als in einem typischen Büroteam:

  • Kleine Teams ohne Personalabteilung: Die jährlichen Gesetzesänderungen unbemerkt zu verpassen, ist hier das größte Risiko, eine zentral gepflegte digitale Quelle hält die Fassung ohne Zutun aktuell.
  • Auszubildende sind im Friseur- und Kosmetikhandwerk Standard, das Jugendarbeitsschutzgesetz greift damit in nahezu jedem Salon.
  • Täglicher Umgang mit Chemikalien: Für Haarfarben, Blondiermittel und Acrylate sind Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung aushangpflichtig, sie gehören an den Arbeitsplatz, nicht in den Aktenordner.
  • Apparative Kosmetik (Laser, IPL, Ultraschall) bringt mit der NiSV eigene Anmelde-, Fachkunde- und Informationspflichten mit sich, die am Gerät bekannt sein müssen.
  • § 16 ArbZG erlaubt seit dem 1. Januar 2025 die rein digitale Bereitstellung, im Salon ohne festen PC-Arbeitsplatz löst der Zugriff per Smartphone das Problem, dass kaum jemand am Rechner sitzt.
  • Mehrere Salons unter einer Leitung müssen die Aushänge je Standort vollständig vorhalten, eine zentrale digitale Quelle hält alle Filialen mit einem Schritt auf einem Stand.

Friseur- und Kosmetiksalons sind kleine Teams mit engem Kundenkontakt und mit täglichem Umgang mit Chemikalien. Haarfarben, Blondiermittel, Acrylate, dazu zunehmend apparative Kosmetik: Aus diesem Alltag ergeben sich aushangpflichtige Vorgaben, die am Arbeitsplatz präsent sein müssen, nicht im Aktenordner.

Warum Friseur und Kosmetik eine Sonderlage haben

Drei Punkte heben Salons vom Standard-Büro ab:

  • Chemikalien als Tagesgeschäft. Für Haarfarben, Blondiermittel und Acrylate sind Betriebsanweisungen nach Gefahrstoffverordnung Pflicht, sie gehören an den Platz, an dem damit gearbeitet wird.
  • Ausbildung als Normalfall. Das Friseur- und Kosmetikhandwerk bildet aus, damit greift das Jugendarbeitsschutzgesetz in fast jedem Salon.
  • Apparative Kosmetik. Laser, IPL und Ultraschall bringen mit der NiSV eigene Anmelde-, Fachkunde- und Informationspflichten mit sich.

Was ein Salon konkret aushängen muss

Die Gesetzesübersicht oben zeigt alle relevanten Vorschriften: die Pflicht-Aushänge ab dem ersten Mitarbeiter samt bewährtem Basis-Paket, strukturabhängige Vorschriften (Jugend- und Mutterschutz greifen in der Praxis fast immer) und die salon-typischen Normen aus Gefahrstoff-, Biostoff-, Strahlenschutz- und Arbeitsstättenrecht.

Eine Besonderheit: Seit dem 1. Januar 2025 erlaubt § 16 ArbZG die rein digitale Bereitstellung der aushangpflichtigen Gesetze ausdrücklich, vorausgesetzt, alle Beschäftigten können jederzeit ungehindert auf die aktuelle Fassung zugreifen. Im Salon ohne festen PC-Arbeitsplatz löst der Zugriff per Smartphone genau dieses Problem. Flucht- und Rettungspläne in den Salonräumen bleiben physisch sichtbar.

Was Salons dabei häufig übersehen

  • Die jährliche Aktualisierung. Kleine Teams ohne Personalabteilung verpassen die regelmäßigen Gesetzesänderungen am ehesten. Eine zentral gepflegte digitale Quelle hält die Fassung ohne Zutun aktuell.
  • Betriebsanweisung ist nicht gleich Gesetzestext. Die gefahrstoffbezogenen Anweisungen gehören an den Arbeitsplatz, eine digitale Lösung bündelt Pflichtaushänge und Betriebsanweisungen.
  • Mehrere Salons, eine Aktualität. Wer mehrere Standorte führt, hält sie über eine zentrale Quelle mit einer Änderung aktuell, statt jeden Salon einzeln nachzuziehen.

Bußgeld & Aufsicht

Ihre exakte Aushang-Liste in unter 5 Minuten

3-4 weitere Aushänge hängen von Ihrer konkreten Betriebsstruktur ab (Mitarbeiterzahl, Auszubildende, beschäftigte Frauen, Gefahrstoffe). Wir übergeben die Branche Friseur & Kosmetik direkt an unseren Aushang-Assistenten, dort beantworten Sie wenige Fragen und erhalten Ihre individuelle, sofort umsetzbare Liste.

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Häufige Fragen aus der Friseur & Kosmetik

  • Zu den Pflicht-Aushängen ab dem ersten Mitarbeiter (ArbZG, AGG samt § 61b ArbGG, DGUV Vorschrift 1) und dem bewährten Basis-Paket (ArbSchG, MiLoG, BUrlG, EFZG, ASiG) kommen durch Auszubildende fast immer das Jugendarbeitsschutzgesetz und durch den hohen Frauenanteil das Mutterschutzgesetz hinzu. Branchen-typisch sind die Gefahrstoffverordnung (Haarfarben, Blondiermittel, Acrylate), die Biostoffverordnung (Haut-/Blutkontakt) und bei apparativer Kosmetik die NiSV.

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