Aushangpflicht im Wach- und Sicherheitsdienst
51 relevante Vorschriften im Sicherheitsgewerbe: 8 Pflicht-Aushänge, 14 branchenspezifische Vorschriften und 29 empfohlene Gesetze. Mit „bedingt“ markierte Einträge greifen abhängig von Betriebsstruktur und Beschäftigten. Wo eine Detailseite existiert, führt der Eintrag direkt zum Gesetz.
Pflicht-Aushänge im Sicherheitsgewerbe
Diese Gesetze schreibt der Gesetzgeber vor. Mit „bedingt“ markierte Pflichten greifen ab bestimmten Schwellen, etwa nach Zahl oder Kreis der Beschäftigten.
- AGGAllgemeines Gleichbehandlungsgesetz
- ArbGGArbeitsgerichtsgesetz
- ArbZGArbeitszeitgesetz
- DGUV V1DGUV Vorschrift 1
- DGUV V3DGUV Vorschrift 3bedingt
- DGUV V23DGUV Vorschrift 23 — Wach- und Sicherungsdienste
- JArbSchGJugendarbeitsschutzgesetzbedingt
- MuSchGMutterschutzgesetzbedingt
Branchenspezifische Vorschriften im Wach- und Sicherheitsdienst
Vorschriften, die speziell im Sicherheitsgewerbe relevant sind: von DGUV-Vorschriften bis Fachrecht.
- ArbMedVVVerordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
- AÜGArbeitnehmerüberlassungsgesetzbedingt
- BBiGBerufsbildungsgesetzbedingt
- BetrSichVBetriebssicherheitsverordnung
- BewachRVBewacherregisterverordnung
- BewachVBewachungsverordnung
- BFDGBundesfreiwilligendienstgesetzbedingt
- BioStoffVBiostoffverordnungbedingt
- GefStoffVGefahrstoffverordnungbedingt
- JFDGJugendfreiwilligendienstegesetzbedingt
- JuSchGJugendschutzgesetzbedingt
- LärmVibrationsArbSchVLärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnungbedingt
- LasthandhabVLastenhandhabungsverordnungbedingt
- PSA-BVPSA-Benutzungsverordnungbedingt
Empfohlene Aushänge im Sicherheitsgewerbe
Nicht zwingend aushangpflichtig, aber bewährte Praxis für einen vollständigen digitalen Aushang.
- 5. VermBGFünftes Vermögensbildungsgesetzbedingt
- ArbSchGArbeitsschutzgesetz
- ArbStättVArbeitsstättenverordnung
- ASiGArbeitssicherheitsgesetz
- BDSGBundesdatenschutzgesetz
- BEEGBundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
- BetrVGBetriebsverfassungsgesetz
- BGBBürgerliches Gesetzbuch
- BKVBerufskrankheiten-Verordnung
- BUrlGBundesurlaubsgesetz
- DGUV V2DGUV Vorschrift 2
- DSGVOEU-Datenschutz-Grundverordnung
- EFZGEntgeltfortzahlungsgesetz
- EntgTranspGEntgelttransparenzgesetzbedingt
- FPfZGFamilienpflegezeitgesetz
- GeschGehGGeschäftsgeheimnisgesetz
- GewOGewerbeordnung
- HAGHeimarbeitsgesetz
- HinSchGHinweisgeberschutzgesetzbedingt
- KindArbSchVKinderarbeitsschutzverordnung
- KSchGKündigungsschutzgesetz
- MiLoGMindestlohngesetz
- MiLoV5Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
- NachwGNachweisgesetz
- PflegeZGPflegezeitgesetz
- SGB IXNeuntes Buch Sozialgesetzbuch
- SGB VIISiebtes Buch Sozialgesetzbuch
- TVGTarifvertragsgesetz
- TzBfGTeilzeit- und Befristungsgesetz
Branchen-Besonderheiten
Warum die Aushangpflicht in der Sicherheit anders gelagert ist als in einem typischen Büroteam:
- Alleinarbeit auf verteilten Objekten: Wachpersonal hat selten einen gemeinsamen Aufenthaltsraum mit schwarzem Brett. Ein Aushang in der Zentrale erreicht den Posten am Objekt nicht.
- Nacht- und Wechselschichtdienst rund um die Uhr: Ein Aushang, der nur tagsüber im Büro erreichbar ist, erreicht den Nachtdienst nicht. Die Pflicht verlangt Zugriff für jede Schicht.
- § 16 ArbZG erlaubt seit dem 1. Januar 2025 die rein digitale Bereitstellung. Über das eigene Gerät hat jeder am Objekt jederzeit Zugriff auf die aktuelle Fassung, unabhängig von der Zentrale.
- Häufig wechselnde Einsatzobjekte und kurzfristige Dispositionen: Über ein Mitarbeitenden-Portal sind Wachkräfte am neuen Objekt ab dem ersten Dienst informiert, ohne dass ein Aushang mitwandern muss.
- Sachkunde-, Unterrichtungs- und Registernachweise sind vorzuhalten und zu dokumentieren. Ein digitales Portal verbindet Bereitstellung und nachweisbare Kenntnisnahme.
- Mehrere Niederlassungen und viele Objekte müssen jeweils auf dem aktuellen Stand sein. Eine zentrale digitale Quelle hält alles mit einem Schritt aktuell.
Das Bewachungsgewerbe arbeitet dort, wo die Kundschaft ist: auf verteilten Objekten, oft allein, oft nachts, im Wechselschichtdienst. Einen gemeinsamen Aufenthaltsraum mit schwarzem Brett, an dem der Aushang alle erreicht, gibt es selten. Der Aushang muss zum Posten kommen, nicht der Posten zum Aushang.
Warum Sicherheit und Bewachung eine Sonderlage haben
Drei Punkte heben Sicherheitsdienstleister vom Standard-Büro ab:
- Alleinarbeit auf verteilten Objekten. Wer den Posten am Objekt besetzt, betritt die Zentrale selten. Die Pflicht verlangt aber, dass jeder am Einsatzort jederzeit Zugriff hat.
- Nacht- und Wechselschichtdienst. Ein Aushang, der nur tagsüber im Büro erreichbar ist, erreicht den Nachtdienst nicht.
- Zwei Regelwelten. Neben dem Arbeitsrecht gilt das Bewachungsrecht (§ 34a GewO, Bewachungsverordnung, Bewacherregister) mit eigenen Nachweis- und Informationspflichten.
Was ein Sicherheitsbetrieb konkret aushängen muss
Die Gesetzesübersicht oben zeigt alle relevanten Vorschriften: die Pflicht-Aushänge ab dem ersten Mitarbeiter samt bewährtem Basis-Paket, strukturabhängige Vorschriften (Mutter- und Jugendarbeitsschutz je nach Personal) und die branchen-typischen Normen aus Gewerbe- und Bewachungsrecht. Das Arbeitszeitgesetz hat wegen Nacht- und Schichtdienst hier besondere Praxisrelevanz.
Eine Besonderheit: Seit dem 1. Januar 2025 erlaubt § 16 ArbZG die rein digitale Bereitstellung der aushangpflichtigen Gesetze ausdrücklich, vorausgesetzt, alle Beschäftigten können jederzeit ungehindert auf die aktuelle Fassung zugreifen. Über das eigene Gerät erreicht das auch den Posten am entlegenen Objekt. Flucht- und Rettungspläne am jeweiligen Objekt bleiben in der Verantwortung des Auftraggebers physisch sichtbar.
Was Sicherheitsbetriebe dabei häufig übersehen
- Der Posten am Objekt als blinder Fleck. Genau die allein und nachts Arbeitenden erreicht der Aushang in der Zentrale am wenigsten. Der Zugriff über das eigene Gerät schließt diese Lücke.
- Die kurzfristige Disposition. Wachkräfte wechseln häufig das Objekt. Über ein Mitarbeitenden-Portal sind sie am neuen Einsatzort ab dem ersten Dienst informiert.
- Die Nachweise. Sachkunde-, Unterrichtungs- und Registernachweise sind vorzuhalten. Ein Portal mit Kenntnisnahme-Funktion verbindet Bereitstellung und Nachweis in einem Schritt.
Bußgeld & Aufsicht
Was kosten fehlende Aushänge?
Verstöße werden normbezogen geahndet. Fehlende oder veraltete Pflichtaushänge können seit 2025 mit bis zu 5.000 € geahndet werden, bei Verstößen gegen die Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes reicht der Rahmen bis 30.000 €. Verstöße gegen Erlaubnis-, Sachkunde- und Registerpflichten des Bewachungsgewerbes werden eigenständig verfolgt und können die gewerberechtliche Zuverlässigkeit berühren. Geprüft wird von der Gewerbeaufsicht bzw. der für § 34a GewO zuständigen Behörde; beim Mindestlohn kontrolliert der Zoll.
Ihre exakte Aushang-Liste in unter 5 Minuten
3-4 weitere Aushänge hängen von Ihrer konkreten Betriebsstruktur ab (Mitarbeiterzahl, Auszubildende, beschäftigte Frauen, Gefahrstoffe). Wir übergeben die Branche Sicherheit direkt an unseren Aushang-Assistenten, dort beantworten Sie wenige Fragen und erhalten Ihre individuelle, sofort umsetzbare Liste.
Aushang-Liste für Sicherheit erstellenHäufige Fragen aus der Sicherheit
Zu den Pflicht-Aushängen ab dem ersten Mitarbeiter (ArbZG, AGG samt § 61b ArbGG, DGUV Vorschrift 1) und dem bewährten Basis-Paket (ArbSchG, MiLoG, BUrlG, EFZG, ASiG) kommen je nach Personal Mutterschutz und Jugendarbeitsschutz hinzu. Branchen-spezifisch sind § 34a GewO (Bewachungsgewerbe), die Bewachungsverordnung und die Bewacherregisterverordnung. Das Arbeitszeitgesetz hat wegen Nacht- und Schichtdienst besondere Praxisrelevanz.


